03.10.1985: Die Gründung der Abteilung Ju-Jutsu

Wie es begann…

Es war die Leidenschaft zum Kampfsport, die bei Rudolf Grob Anfang der 60er Jahre beim Judo des TSV Böblingen geweckt wurde. Schon immer sportlich und sozial engagiert, lernte er Anfang der 70er Jahre als  Übungsleiter für das Kinderturnen in Hildrizhausen Antje Jessen kennen.  Rudolf trainierte die Jungs, Antje die Mädchen.

Auch Antje hatte in früheren Jahren den Kampfsport Aikido trainiert. Aus dieser gemeinsamen sportlichen Neigung entstand die Idee zusammen  Kampfsport zu betreiben. In der Kampfsportschule Vlado Schmidt in Böblingen fanden sie, was sie suchten, traten dort am 01. September 1976 ein und trainierten zusammen viele Jahre, bis Antje Jessen berufsbedingt von Hildrizhausen wegzog.

Zu diesem Zeitpunkt war Rudolfs elfjährige Tochter Sonja bereits mit dem Kampfsport–Virus infiziert, und die beiden trainierten bis 1984 weiter bei Vlado Schmidt die bis dahin relativ unbekannte Sportart Ju-Jutsu. Nachdem Rudolf und Sonja 1985 den 1. DAN (erster Meistergrad), also den 1. schwarzen Gürtel erworben hatten, reifte bei Rudolf der Gedanke, Ju-Jutsu beim TSV Hildrizhausen anzubieten.

In einem gemeinsamen Gespräch mit dem TSV Vorsitzenden Helmut Hörmann waren sich Rudolf und Helmut schnell einig, einen Versuch mit Selbstverteidigungstraining beim TSV zu starten. Mittels einer Anzeige im örtlichen Nachrichtenblatt wurden Interessenten auf diese im Verein neue Sportart aufmerksam gemacht.

Am 30. September 1985 luden Rudolf und Sonja zu einer Ju-Jutsu Demonstration in die Schönbuchhalle ein. Die vielen interessierten Zuschauer waren beeindruckt von der Technik und der modernen Kunst der Selbstverteidigung. Kurz darauf – am 03. Oktober 1985 – startete  das erste Training unter der Leitung von Rudolf Grob mit 45 Personen in der Sporthalle.

Zu Beginn gab es bei einigen Bürgern Bedenken, ob Kampfsport zu der Gemeinde passen würde. Doch Rudolf konnte diese Vorbehalte schnell aus dem Weg räumen, indem er seine Philosophie betonte, den Kampfsport nur zur reinen Selbstverteidigung zu lehren und kein Wettkampftraining anzubieten.

Nebst den Erwachsenen interessierten sich immer mehr Jugendliche für diesen Sport und Rudolf war sofort bereit, weitere Trainingsstunden anzubieten und eine weitere Trainingsgruppe für Jugendliche zu gründen. Aus dieser Jugendgruppe kristallisierten sich dann drei Mädchen (Sibylle Schmid, Sandra Holder und Josefina Politi) heraus, die schließlich in der Lage waren auch ein Training zu leiten.

Als Rudolf  Grob 1994 bei den Vorbereitungen für die 70er-Jahr-Feier des TSV Hildrizhausen schwer verletzt wurde und für viele Monate ausfiel, wurde das Training von Josefina Politi, Sandra Holder und Sibylle Schmid aufrechterhalten. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Abteilung damals nicht auseinander fiel...

Wie es weiterging…

Die Ju-Jutsu-Abteilung etablierte sich im TSV Hildrizhausen und die Mitgliederzahlen in der Abteilung stiegen kontinuierlich an.

Am 10. Oktober 2002 bot Rudolf eine Schnupperstunde für Kinder ab 5 Jahren an. Viele Eltern mit ihren Kinder besuchten damals das Schautraining und waren so begeistert, dass eine separate Kinder-Trainingsgruppe daraus entstand, die es heute noch gibt. 

2010, nach 25 Jahren als Leiter und Trainer in der Abteilung Ju-Jutsu und Mitglied im Vorstand des TSV Hildrizhausen, übergab Rudolf die Abteilungsleitung an Gerhard Häberle. Unterstützt wurde Gerhard vom langjährigen Vize-Abteilungsleiter Arnold Heinz. Gerhard war es als neuer Abteilungsleiter wichtig, dass sich durch den Wechsel nichts an der Grundphilosophie, dem Training und den gelehrten Techniken veränderte. Die erfolgreiche Umsetzung ist zum einen den unermüdlichen Trainern und Übungsleitern, die zum Teil seit der Abteilungsgründung dabei sind, zu verdanken und zum anderen dem Engagement und den vielen ehrenamtlichen Einsätzen der Mitglieder.

2012 wurde Rudolf von Vlado Schmidt für sein Lebenswerk ausgezeichnet, der ihm ehrenhalber den 2 DAN verlieh. Diese Auszeichnung von einem der Gründungsmitglieder des Ju-Jutsus in Deutschland und einer der höchsten DAN Träger weltweit in mehreren Kampfsportarten zu erhalten ist eine besondere Ehre.

2014 legten auch Arnold Heinz und Gerhard Häberle die Prüfung zum 1. DAN erfolgreich ab und führen seither den Titel Sensei (Lehrer).

2016 entschied sich Gerhard Häberle die Abteilungsleitung an den ehemaligen Kassier der Abteilung Ralf Wanner zu übergeben, um sich als Sensei hauptsächlich um die Ausbildung, das Training und um das Prüfungswesen in der Abteilung zu kümmern. Unterstützt wird er weiterhin von seinem Trainer- und DAN-Kollegen Arnold Heinz.

Mit diesen beiden Trainern und den sehr engagierten Übungsleitern ist das wöchentliche Training in der Jujutsu-Abteilung auf einem sehr hohen Niveau sichergestellt.

2019 absolvierten Arnold Heinz und Gerhard Häberle erfolgreich die Prüfung zum 2. DAN. Arnold ist damit der älteste Prüfling, der sich im WJJV einer DAN-Prüfung unterzog.

Was ist heute…

Zum Ende des Sportjahres 2019 zählt die Abteilung 61 Mitglieder, wovon 49 regelmäßig trainieren.

Der kontinuierliche Anstieg der Mitgliederzahlen sowie auch die stetig steigende Zahl der erfolgreich erworbenen Gürtelgrade zeigt einmal mehr die Beliebtheit des Kampfsports Ju-Jutsu in Hildrizhausen, das erfolgreiche und mit hohem Niveau durchgeführte Training sowie die Ambitionen der Ju-Jutsu-Sportler.